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Allgemeiner Ablauf einer Therapie

1. Allgemeiner Ablauf einer Therapie

Nach telefonischem Erstkontakt erfolgen zunächst ein bis maximal 5 Sprechstundentermine Im Anschluss werden dann bis zu 6 probatorische Sitzungen durchgeführt, in deren Verlauf Symptomatik, Anamnese (Lebensgeschichte) und die psychische Situation detailliert erfragt werden. In der Regel erfolgt eine ergänzende testpsychologische Eingangsuntersuchung.

 

1.1. Einzeltherapie

Vor Einleitung einer Verhaltenstherapie ist zunächst gesetzlich die Durchführung einer psychotherapeutischen Sprechstunde in Begleitung mind. eines sorgeberechtigten Elternteiles vorgesehen; volljährige Patienten können das/die Erstgespräch/e selbstverständlich allein führen. Die „Sprechstunde“ dient der Diagnosestellung und der Abklärung der Indikation zu einer Psychotherapie, also der Frage, ob eine Psychotherapie sinnvoll erscheint oder ob andere Alternativen empfohlen werden können. Hierfür stehen maximal 10 Termine à 25 Minuten (oder auch 5 Termine à 50 Minuten) zur Verfügung, zum Abschluss erhalten Sie eine schriftliche Patienteninformation zur Psychotherapie (sog. PTV10-Formular) sowie einen Kurzbericht, in dem die erhobenen Diagnosen und die besprochenen Empfehlungen festgehalten werden (sog. PTV11-Formular). Dieser kann auf Ihren Wunsch auch direkt dem behandelnden Haus- oder Kinderarzt zur Verfügung gestellt werden. In dem Fall, dass eine akute Behandlung erforderlich, aber nicht in unserer Praxis möglich sein sollte, erhalten Sie zudem einen Zahlencode, mit dem Sie sich zur Terminvermittlung an die Terminservicestelle (bundesweit ab 01.01.2020: Tel. 116 117)wenden können (siehe Links).

 

Im Anschluss an die psychotherapeutische Sprechstunde sehen die Psychotherapie-Richtlinien im System der gesetzlichen Krankenkassen die Durchführung von bis zu 6 sogenannten probatorischen Sitzungen vor. Im Rahmen dieser probatorischen Sitzungen werden neben der aktuellen Problematik Angaben zur Entwicklung und zum Verlauf der Symptomatik erfragt. Weiterhin wird die Lebensgeschichte erhoben und ggf. eine testpsychologische Untersuchung durchgeführt. Ziele der Probatorik sind die Schaffung eines therapeutischen Arbeitsbündnisses sowie einer stabilen Patient-Therapeut-Beziehung, die Ableitung der genauen Diagnose gem. des in Europa gültigen Diagnosemanuals ICD-10 sowie die gemeinsame Festlegung der Therapieziele und –maßnahmen. Die erhaltenen Angaben und Daten werden zu einer Diagnose überführt; gemeinsam mit dem Patienten und ggf. den Sorgeberechtigten erfolgt dann die Entscheidung für eine Kurzzeit- oder Langzeittherapie (siehe unten). Den Abschluss der Probatorik bildet die sog. „Informierte Einwilligung“. Alle Beteiligten werden schriftlich zu Diagnose, Behandlungszielen, Behandlungsmaßnahmen sowie zu verschiedenen organisatorischen Punkten (u.a. Schweigepflicht, Aufbewahrungsfristen, Akteneinsicht, Datenspeicherung, Vorgehen im Krisenfall) aufgeklärt und bestätigten dies mit Ihrer Unterschrift.

 

Nach den probatorischen Sitzungen wird dann in gemeinsamer Absprache ein Therapieantrag (sog. PTV1-Formular) an die Krankenkasse gestellt. Dazu ist zwingend ein sog. Konsiliarbericht des Haus- oder Kinderarztes notwendig; hierzu wird durch die hiesige Praxis ein Überweisungsschein ausgestellt. Ebenso zwingend erforderlich ist die schriftliche Zustimmung der Sorgeberechtigten. Sollte es diesbezüglich zu Schwierigkeiten kommen können, informieren Sie uns bitte so früh wie möglich. Gegebenenfalls können wir Unterlagen vorab zuschicken oder Sie verwenden das entsprechende Formular aus dem Downloadbereich.

 

Die Antragsunterlagen werden dann zusammen mit dem Konsiliarbericht an den Kostenträger übersandt, der dann, bei einem Antrag auf Langzeittherapie ergänzt durch das sog. „Gutachterverfahren“, die Therapie genehmigen lässt. Nach Übersendung der Antragsunterlagen an die Krankenkasse benötigt das Genehmigungsverfahren der gesetzlichen Krankenkassen erfahrungsgemäß zwischen 3 und 5 Wochen. Der Patient bzw. Sie als Sorgeberechtigte erhält dann von der Krankenkasse einen Genehmigungsbescheid, die Praxis regelmäßig nur bei einer beantragten Langzeittherapie. Bei Ablehnung des Therapieantrages besteht die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen.

 

Unterschieden werden zwischen einer sogenannten Kurzzeittherapie mit bis zu 24 Einzelsitzungen (Kurzzeittherapie 1: 12 Sitzungen + Kurzzeittherapie 2: 12 Sitzungen) für den Patienten und ergänzend dazu bis zu 6 Bezugspersonengespräche und einer Langzeittherapie mit bis zu 60 Einzelsitzungen mit bis zu 15 Bezugspersonengesprächen.

 

Die Einzelsitzungen finden dann in der Regel einmal wöchentlich zu einem festen und regelmäßigen Therapietermin statt; Bezugspersonen- oder Elterngespräche erfolgen nach Absprache, häufig ca. 1x monatlich.

 

Eine Langzeittherapie kann einmalig auf bis zu insgesamt 80 Einzelsitzungen aufgestockt werden. Danach gilt die Therapie als definitiv beendet.

 

Im Rahmen einer genehmigten Langzeittherapie besteht darüber hinaus die Möglichkeit einer sog. Rezidivprophylaxe. Hierunter wird die Möglichkeit verstanden, 8 bzw. 16 Stunden des genehmigten Langzeittherapie-Sitzungskontingents auf einen Zeitraum von 2 Jahren zu verteilen, um eine möglichst langfristige Stabilisierung zu erreichen. Die Krankenkasse wird von uns in diesem Fall mit einem speziellen Formular (PTV12) über die Beendigung der Therapie und die Einleitung der anschließenden Rezidivprophylaxe informiert. 

 

Im Anschluss besteht dann eine Wartezeit von 2 Jahren, bevor erneut eine Einzeltherapie begonnen werden kann.

 

1.2. Gruppentherapie

Vor Beginn einer Gruppentherapie sind ähnlich wie bei der Einzeltherapie zunächst bis zu 6 probatorische Stunden durchzuführen. Auch hier werden Angaben zu Symptomatik, Lebensgeschichte und psychischer Befindlichkeit erfragt.

 

Im Anschluss erfolgt analog zur Einzeltherapie ein Therapieantrag an die gesetzliche Krankenkasse. Auch hier sind ein Konsiliarbericht des Haus- oder Kinderarztes und die schriftliche Einwilligung der Sorgeberechtigten zwingend erforderlich.

 

Die Psychotherapie-Richtlinien kennen im Bereich der Gruppentherapie dann verschiedene Gruppengrößen. Auch hier wird zwischen einer Kurzzeittherapie mit bis zu 24 Stunden und einer Langzeittherapie mit bis zu 60 Stunden unterschieden.

 

2. Kostenübernahme: Gesetzliche Krankenversicherungen

Nach Durchführung der bis zu 6 probatorischen Sitzungen wird ein Erstantrag auf Psychotherapie an die Krankenkasse gestellt. Der Antrag muss von den Sorgeberechtigten unterschrieben werden. Hierzu ist zudem ein Konsiliarbericht des Haus- oder Kinder-/Jugendarztes zwingend vorgeschrieben. Das Formular zum Konsiliarbericht und eine entsprechende Überweisung an den Arzt erhalten Sie durch unsere Praxis. Die Unterlagen werden dann zusammen mit einem von uns erstellten Bericht an den Gutachter für Psychotherapie in anonymisierter Form in einem extra dafür vorgesehenen verschlossenen Briefumschlag an Ihre Krankenkasse übersandt.

 

Diese unterscheidet dann die folgenden Bewilligungsschritte:

 

Kurzzeittherapie 1 (KZT 1): 12 Einzelsitzungen mit bis zu 3 Bezugspersonengesprächen

Kurzzeittherapie 2 (KZT 2): 12 Einzelsitzungen mit bis zu 3 Bezugspersonengesprächen

Langzeittherapie (LZT): 60 Einzelsitzungen mit bis zu 15 Bezugspersonengesprächen

 

Die Umwandlung einer Kurzzeit- in eine Langzeittherapie ist durch einen sog. Umwandlungsantrag möglich. Eine Langzeittherapie kann einmalig um 20 weitere Einzelsitzungen durch einen sog. Fortführungsantrag aufgestockt werden.

 

Die Abrechnung der Psychotherapie erfolgt mit der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Eine finanzielle Eigenbeteiligung oder Rechnungsstellung an Sie ist nicht vorgesehen.

 

2.3. Kostenübernahme: Private Krankenversicherungen/Beihilfe

Die Leistungen der privaten Krankenversicherungen sind erheblich unterschiedlich. Es wird empfohlen, sich vor Beginn der Psychotherapie über die genauen Vertragsmodalitäten zu informieren. Während einige private Krankenkassen bis zu 30 Therapiesitzungen pro Jahr ohne Antragstellung oder besondere Prüfung übernehmen, gibt es andere private Krankenkassen, die keine Leistungen im Bereich der Psychotherapie vorsehen. Bitte lassen Sie sich entsprechende Antragsformulare o.ä. rechtzeitig übersenden.

 

Das Verfahren der Beihilfestellen ist ähnlich dem der gesetzlichen Krankenversicherung. Nach Durchführung von bis zu 5 probatorischen Sitzungen erfolgt auf einem von der Beihilfestelle übersandten Formularsatz die Antragstellung auf Kostenübernahme einer Psychotherapie. Auch hier muss ein Konsiliarbericht des Haus- oder Kinder-/Jugendarztes sowie ein entsprechend anonymisierter Bericht von uns an den Gutachter der Beihilfestelle beigefügt werden. Die Beihilfestelle genehmigt dann i.d.R. die beantragen Sitzungen, wobei hier häufig nicht zwischen Einzel- und Bezugspersonengesprächen differenziert wird. Die Kostenübernahme erfolgt dann ab dem Genehmigungsdatum des Beihilfe-Bescheides.

 

Wir schließen vor Beginn der probatorischen Sitzungen mit dem Patienten und Ihnen als Eltern einen sog. „Behandlungsvertrag“ und übersenden Ihnen dann monatlich unsere Liquidation (Abrechnung) mit dem sog. 2,3-fachen Gebührensatz. Den Rechnungsbetrag überweisen Sie dann bitte ohne Abzüge an unsere Praxis und reichen die Rechnung mit dem Ziel der Erstattung an Ihre Beihilfestelle bzw. Ihre private Zusatz-Krankenversicherung ein.

 

Selbstzahler:

Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit, eine ambulante Psychotherapie auch vollständig selber zu bezahlen. Hierzu schließen wir mit dem Patienten bzw. seinen Eltern einen Behandlungsvertrag. Die Abrechnung der erbrachten Leistungen erfolgt dann monatlich per Rechnungsstellung auf Basis der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOPT) mit einem Zahlungsziel von 14 Tagen.

 
 

Eine Anmeldung für die psychotherapeutische Sprechstunde ist
ausschließlich telefonisch am Freitag in der Zeit von 13.30 Uhr - 16.50 Uhr möglich!

Telefon 04621 - 30 750 70