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Videobehandlung

Seit dem 1.4.2019 sind auch Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen grundsätzlich berechtigt, eine Behandlung per Video als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung durchzuführen. 

 

Neu vom 25.03.2020:

Mit sofortiger Wirkung dürfen befristet bis zum 30.06.2020 psychotherapeutische Sprechstundentermine (sog. "Erstvorstellungen") und auch die probatorischen Sitzungen erfolgen!

Zusätzlich können Videobehandlungen im Rahmen einer genehmigten Kurzzeit- oder Langzeittherapie ebenfalls als Videobehandlung erfolgen!

 

 

Hierzu ergeben sich aus der Berufsordnung der Psychotherapeuten die folgenden fest definierten fachlichen Standards:

 

1. Unmittelbarer persönlicher Kontakt

Der unmittelbare persönliche Kontakt ist der sog. "Goldstandard" der Psychotherapie und dient der Herstellung einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Patient*in und Therapeut*in und ist die Grundlage für eine erfolgversprechende Therapie. Eine ausschließliche Fernbehandlung ist somit in einer Psychotherapie nicht möglich. 

Im Rahmen einer Psychotherapie kann es jedoch Situationen geben, in denen eine Videobehandlung sinnvoll ist. Hier gelten weitere Standards und Grundsätze. Hierzu gehört neben den Sorgfaltspflichten und einer gewissenhaften Berufsausübung die Schweigepflicht und Datensicherheit, aber auch Anforderungen an die Praxisräumlichkeiten und deren Trennung vom privaten Lebensbereich.

 

2. Diagnostik und Indikationsstellung

Vor jeder psychotherapeutischen Behandlung muss eine Abklärung der psychischen Beschwerden erfolgen. Diese Diagnostik ist Grundlage für die Behandlung. Psychotherapeut*innen haben die Pflicht, sich ein eigenen Bild zu machen und alle Mittel der Diagnostik und Erkenntnisquellen ausschöpfen, die nach dem Stand der Wissenschaft zur Verfügung stehen. 

 

3. Aufklärung 

Auch Aufklärung und Einwilligung in die (Video-) Behandlung erfordern grundsätzlich einen unmittelbaren Kontakt. Nur so kann sich der/die Psychotherapeut*in ausreichend rückversichern, dass Patient*in und Sorgeberechtigte verstanden haben, in welche Behandlung sie einwilligen. Dies gehört zu den wesentlichen berufsrechtlichen Pflichten, die Patienten und Sorgeberechtigten mündlich vor der Behandlung aufzuklären.

 

Dies bedeutet für die verschiedenen Abschnitte einer Psychotherapie:

  • entfällt bis zum 30.06.2020: Die psychotherapeutische Sprechstunde muss immer im unmittelbaren Kontakt erfolgen.
  • entfällt bis zum 30.06.2020: Probatorische Sitzungen dürfen nicht per Video erbracht werden.
  • Psychotherapeutische Akutbehandlungen dürfen nicht per Video erbracht werden.
  • Eine Richtlinienpsychotherapie kann als Einzeltherapie (Kurzzeit- oder Langzeittherapie) per Videobehandlung durchgeführt werden. Gruppentherapien können nicht als Videobehandlung durchgeführt werden.
  • Stunden, die aus dem Kontingent der Langzeittherapie für die Rezidivprophylaxe genutzt werden, können ebenfalls per Video durchgeführt werden.
  • Psychotherapeutische Gespräche können per Video erbracht werden. Voraussetzung ist, dass vorab Diagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung im unmittelbaren Kontakt erfolgt sind.
  • Standardisierte Testverfahren können bei Kindern und Jugendlichen per Video durchgeführt werden. 
  • Die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson kann als Einzel- oder Gruppenbehandlung per Video erbracht werden.

Grundsätzlich ist bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen bei der Indikationsstellung zur Videobehandlung die altersentsprechenden Kenntnisse und Fähigkeiten zu beachten. Ein Ausschluss der Videobehandlung kommt in Betracht, wenn sich das Behandlungssetting oder die erforderliche Interaktion nicht auf eine Kommunikation per Video übertragen lässt. Weiterhin müssen bei Kindern und Jugendlichen, die noch nicht 17 Jahre alt sind, die Sorgeberechtigten zustimmen. 

 

Dies bedeutet für unsere Verhaltenstherapeutische Praxisgemeinschaft für Kinder, Jugendliche und Heranwachsende, dass eine Videobehandlung ausschließlich für uns persönlich bekannte Patient*innen durchgeführt werden kann. Die psychotherapeutischen Sprechstundentermine und die probatorischen Sitzungen müssen abgeschlossen sein und ein Therapieantrag an die zuständige Krankenkasse wurde gestellt und bewilligt. Eine persönliche Aufklärung zur Psychotherapie wurde durchgeführt und alle Beteiligten haben der Behandlung nach informierter Einwilligung zugestimmt. 

 

Zudem sind einige weitere formale Aspekte zu beachten:

  • Die Versichertenkarte muss im aktuellen Quartal in der Praxis vorgelegt worden sein.
  • Patient*in und Sorgeberechtigte haben der Videobehandlung schriftlich zugestimmt. Die Einwilligungserklärung hierzu finden Sie hier.
  • Es ist grundsätzlich nicht erlaubt, Videobehandlungen aufzuzeichnen.
  • Während der Videobehandlung muss sich die/der Patient*in in einem geschlossenen Raum aufhalten und die Anwesenheit Dritter ist nicht zulässig.
  • Es wird ein PC, Laptop oder ein größerer Tablet benötig. Ein Smartphone reicht nicht aus!
  • Eine spezielle Software ist nicht nötig. Bitte benutzen Sie unter Windows bzw. Apple  "Google Chrome", "Mozilla Firefox"  oder "Safari". Bitte nicht den "Inkognito- oder Privat-Modus" einstellen- dann klappt es nicht. Andere Browser funktionieren (noch) nicht.
  • Die Internet-Verbindung sollte stabil sein. 

Die Praxis verwendet folgende für Dich kostenlose Software: RED Connect Videosprechstunde

Die RED Connect Videosprechstunde hat als einziges System in Deutschland das Datenschutz-Gütesiegel des Unabhängigen Landesdatenschutzzentrums (ULD) und das ips-Gütesiegel der Datenschutz cert GmbH. Darüber hinaus ist die Software auch von der KBV geprüft und als zertifizierter Videodienstanbieter zugelassen. Hier finden Sie das  Zertifikat Videosprechstunde.

 

 

Wie funktioniert die Videobehandlung?

(1) Bitte lade zunächst die Einwilligungserklärung Videosprechstunde an dieser Stelle herunter, fülle das Dokument aus und übersenden es unterschrieben per Email, Fax oder per Post an die Praxis. Ohne Einwilligung des Patienten und aller Sorgeberechtigten ist die Anwendung einer Videobehandlung nicht möglich! Hier ist eine Anleitung Videobehandlung.

 

(2) Nachdem die unterschriebene Einwilligungserklärung hier eingetroffen ist, melde Dich bitte  telefonisch oder per Email in der Praxis und teile mit, dass eine Videobehandlung gewünscht ist. Herr Jensen oder Frau Menzel als zuständige/r Therapeut*in ruft dann zurück und klärt die Voraussetzungen und den gewünschten Zeitraum mit Dir ab.

 

(3) Du erhältst dann von der Praxis einen Internet-Link und einen Zugangscode. Die Anmeldung über diesen Link mit dem dazugehörigen Zugangscode sollte dann ca. 5-10 Minuten vor dem vereinbarten Termin über einen der folgenden Internet-Browser von Windows bzw. Apple  "Google Chrome", "Mozilla Firefox"  oder "Safari" erfolgen. Du betrittst dann ein "virtuelles Wartezimmer". Der/die Therapeut*in schaltet die Verbindung dann zum vereinbarten Zeitpunkt frei und die Videobehandlung beginnt.

 

(4) Das Anfertigen von Aufzeichnungen und Mitschnitten der Videobehandlung ist weder für den/die Therapeut*in noch für den/die Patient*in zulässig und somit nicht erlaubt. Du solltest alleine im Zimmer sein und die Tür muss geschlossen sein. Störungen sind zu vermeiden.

 

(5) Am Ende der Videobehandlung beendet der/die Therapeut*in die Sitzung und Du wirst automatisch ausgeloggt.

 

 

Das war's - klingt kompliziert, ist aber in der Anwendung total einfach.

Wenn Du weitere Fragen hast oder Informationen zum technischen Ablauf benötigst, melde Dich doch einfach hier.

 

 
 

Eine Anmeldung für die psychotherapeutische Sprechstunde ist
ausschließlich telefonisch am Freitag in der Zeit von 13.30 Uhr - 16.50 Uhr möglich!

Telefon 04621 - 30 750 70